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Die Homöopathie ist ein Heilsystem, welches auf das
„Ähnlichkeitsprinzip“ gegründet ist.
1.
Wenn man gesunden Menschen bestimmte Naturstoffe in relativ kräftigen
Dosen regelmäßig eingab, dann erzeugten sie Krankheitserscheinungen, die
für den eingenommenen Stoff typisch waren. Viele Menschen haben an sich
selbst schon ähnliche Beobachtungen gemacht, ohne wahrscheinlich weiter
darüber nachzudenken: Der Kaffee erzeugt Herzklopfen und
Schlaflosigkeit, die Zwiebel ruft beim Schneiden Augentränen und
Schnupfen hervor, usw. Und auch von den Giften ist allgemein bekannt,
dass jedes Gift ein von den anderen zu unterscheidendes toxisches Bild
macht: der mit der Tollkirsche Vergiftete bekommt andere Symptome als
der mit Arsen oder dem Fliegenpilz Vergiftete, Hahnemann hatte im Jahr
1790 durch einen Selbstversuch mit der Chinarinde, aus dem man Chinin
gewinnt, begonnen, diese Erscheinungen zu untersuchen. Nach der Einnahme
gewisser Mengen von Chinarindenpulver wurde er krank und bekam Malria
ähnliche Symptome. Daraufhin sammelte er sich eine Gruppe von
Freiwilligen und prüfte über Jahre hinweg viele Arzneistoffe, wobei die
auftretenden Symptome genau notiert wurden. So entstanden die
homöopathischen Arzneimittelbilder, die Aufschluss darüber geben, welche
Wirkungen ausgesuchte Substanzen auf den menschlichen Organismus
hervorrufen.
2.
In weiteren langjährigen Experimenten stellte er fest, dass nur
derjenige Stoff in der Lage ist, später in seiner potenzierten Form
einen kranken Menschen zu heilen, dessen Prüfungsbild dem Symptomenbild
ähnlich ist, das ein kranker Mensch hervorbringt. Anders gesagt bedeutet
das, dass z.B. ein bestimmter Kopfschmerz nur von einem Mittel geheilt
werden kann, das am Gesunden einen ähnlichen Kopfschmerz erzeugen kann.
Oder ein wässriger Schnupfen nur von einer Arznei gebessert werden kann,
die einen wässrigen (und nicht etwa einen dicken, schleimigen) Schnupfen
zustande bringt.
„Wähle, um sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen, in jedem
Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden (homoion pathos)
für sich erregen kann, als sie heilen soll!“ Mit diesem Satz fasste
Hahnemann die Grundprinzipien der von ihm entdeckten Heilmethode
zusammen. Oder mit Formulierungen, die in etwa schon der berühmte
Hippokrates (griechischer Arzt des Altertums) benutzte: „Similia
similibus curentur“ = „Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“.
Die Aufgabe des Homöotherapeuten besteht dementsprechend darin, für
seinen Patienten ein „Simile“(=Ähnliches) oder gar ein „Simillimum“(=
das Ähnlichste) zu finden. Er benötigt dafür die genaue und bis ins
kleinste Detail gehende Beschreibung und Erkundung der Symptome und
Zeichen seines Patienten (möglichst einschließlich aller ärztlicher
Vorbefunde). Hierfür braucht man Zeit, sehr viel Zeit, und in vielen
Fällen chronischer Krankheiten ist es nötig, dass der Patient einen
„homöopathischen Fragebogen“ ausfüllt, wobei auch die Krankheiten
früherer Zeiten, ja sogar die der Vorfahren nicht außer acht gelassen
werden dürfen.
Diese, für die Homöopathie wesentliche, gründliche Fallaufnahme (meist
etwa 2 Stunden dauernd), bei der der Behandler zahlreiche schriftliche
Aufzeichnungen machen muß, ist erforderlich, damit er sich einen
detaillierten Überblick über alle krankhaften Vorgänge im Leben seines
Patienten verschaffen kann. Er wird gebeten, diese Arbeit mit allen
Kräften zu unterstützen und keinesfalls irgend etwas zu verschweigen,
selbst wenn es für ihn peinlich, merkwürdig oder unwichtig zu sein
scheint. Aus der so gefundenen Gesamtsymptomatik muss der Therapeut die
wichtigsten Symptomzeichen heraussuchen, die einem bestimmten Mittelbild
ähnlich sind. Dieses Mittel wird er dann verschreiben. In manchen
langwierigen chronischen Krankheiten, die schon mit vielen Medikamenten
vorbehandelt wurden, ist die Arzneibestimmung eine ausnehmend schwierige
Aufgabe - eine wirkliche Heil-„Kunst“ - zu der wiederum Zeit und
Konzentration benötigt werden und bei der der Homöopath eine Anzahl
Mittelbilder in seinen Arzneimittellehren, Repertorien (auch mit der
Hilfe eines Computers) durchstudieren muss.
Hahnemann fand in seinen über 50jährigen Forschungen heraus, dass die
örtlichen Krankheitserscheinungen, die „Symptome und Zeichen“, gar nicht
die Krankheit selber sind, sondern nur ihr nach außen sicht- und
fühlbarer Ausdruck. In Wirklichkeit ist eine tief im Zentrum des
Menschen wirkende Kraft aus der Harmonie und Ordnung geraten, was ihn
dann krank macht. Hahnemann nennt sie die „Lebenskraft“. Sie ist nichts
Materielles, sondern als „dynamisch, energetisch, geistartig“ zu
verstehen. (Zum Vergleich: Der elektrische Strom ist auch nichts
Materielles und dennoch eine Wirk-Kraft!) Sie gibt dem materiellen Teil
unseres Organismus, der aus Atomen, Molekülen, Zellen, Zellverbänden,
Organen usw. besteht, überhaupt erst das Leben (beim Tod verschwindet
sie), erhält und steuert alle Lebensvorgänge und sagt allen Bausteinen
dieses Organismus, was sie sozusagen zu tun und zu lassen haben. So
bringt sie Harmonie und Ordnung in ihn. Wenn nun irgendwo
Krankheitserscheinungen auftreten, dann ist das ein Zeichen dafür, dass
diese Lebenskraft aus der Harmonie geraten ist. Erst unter diesen
Bedingungen können z.B. Bakterien oder Viren angreifen. Die Aufgabe
eines echten Heilers (Ausspruch Hahnemanns) kann also nur darin
bestehen, durch geeignete Arzneien wieder Ordnung und Harmonie im
Bereich der Lebenskraft herzustellen. Sie ist die einzige und richtige
Stelle, an der Heilung bewerkstelligt werden kann. Das hat für den
Homöotherapeuten zwei ganz entscheidende Konsequenzen:
1.
Wenn ein Patient irgendwo eine örtliche Erkrankung hat (z.B. ein
Magengeschwür, eine Mandel- oder Blasenentzündung, eine Migräne, ein
Asthma, ein Beingeschwür usw.), dann weiß dieser Behandler, dass dies
nur äußere Zeichen einer Störung der Lebenskraft sind. Da eine solche
Unstimmigkeit sich aber auch noch gleichzeitig in anderen Systemen des
Organismus ausdrücken kann, sucht er solche Zeichen am ganzen Menschen
(einschließlich seinen Gemüts) zu entdecken. Nur wenn er alle diese
Zeichen und Symptome erfassen kann, wird er das heilende Mittel finden.
Klassische Homöopathie ist Ganzheitsmedizin
2.
Da die Lebenskraft nichts Materielles ist, sondern etwas Energetisches,
Dynamisches, müssen auch die Medikamente, die sie wieder zur Harmonie
bringen sollen, nichts Materielles sein. Hahnemann hat daher --wieder in
jahrelangen Forschungen - ein bestimmtes Verfahren entwickelt, durch das
die Heilstoffe entmaterialisiert werden und doch ihre Wirksamkeit
behalten, ja sie sogar wesentlich steigern. Man nennt es die
„Potenzierung“. Dabei wird der Ausgangsstoff der Arznei mit Alkohol oder
Milchzucker stufenweise verdünnt, und bei jeder Stufe rhythmisch
geschüttelt oder verrieben. Viele Stoffe erhalten dadurch überhaupt erst
ihre tiefe heilende Kraft, wie z.B. Kochsalz, Eisen, Gold, Kupfer usw.
Manche spotten über diese homöopathischen „Hochpotenzen“, in denen
„nichts mehr drin“ ist, aber ein solcher Spötter verrät nur, dass er
noch im Denken des 19. Jahrhunderts verhaftet ist. Unsere
Weltraumphysiker steuern heute mit einem einzigen kleinen Funksignal
eine tonnenschwere Raumstation. Und in dem Funksignal ist kein einziges
Teilchen Materie enthalten. Es kommt nur darauf an, dass es das richtige
Funksignal ist, sonst bewirkt es nichts. Auch in der Homöopathie kommt
es darauf an, dass das richtige Mittel gegeben wird, andernfalls bleibt
die Heilung aus. In jedem Falle aber verordnet der Homöopath keine
chemischen Gifte, die immer wieder so verheerende Wirkungen im
menschlichen Organismus zur Folge haben. Homöopathische Medikamente sind
nicht toxisch. Sie können aber Reaktionen auslösen, die ein günstiges
Zeichen der beginnenden Heilung sind. Die Patienten werden gebeten,
diese Reaktionen zu beobachten und möglichst schriftlich festzuhalten,
da sie für die Beurteilung des Verlaufs der Kur außerordentlich wichtig
sind. Die Behandlung beginnt auch in chronischen Fällen mit einem
einzigen homöopathischen Mittel, in deren Verlauf mehrere Arzneien
aufeinander folgen können.
Geeignet für die homöopathische Behandlung sind alle akuten und
chronischen Erkrankungen. Wenn aber einmal nicht mehr reversible
Krankheitszustände vorliegen, wird kein Verständiger eine völlige
Heilung erwarten können, obwohl selbst dann noch Teilerfolge möglich
sind. Man soll die klassische Homöopathie grundsätzlich einsetzen, weil
sie sich vielfach als der bessere Weg anbietet, um die Gesundheit des
Patienten milde und schonungsvoll wiederherzustellen, oder zu
verbessern. Das Lebensalter spielt dabei keine Rolle. Die homöopathische
Behandlung ist auch parallel zur Schulmedizin möglich und nützlich, sie
ist häufig eine wunderbare Ergänzung, z.B. bei postoperativen
Beschwerden, zur besseren Wundheilung ....
Die Schweigepflicht, die für Ärzte und Heilpraktiker gleichermaßen gilt,
garantiert dem Patienten absolute Diskretion Dritten gegenüber.
Falls Sie sich näher mit der Homöopathie befassen möchten, nenne ich
Ihnen gerne weitere einführende Literatur.
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| Naturheilpaxis Marie-Therese Riester | Eibenweg 5 72488 Sigmaringen 07571/62487 | Marie-Therese-Riester@web.de |